Mein Tagebuch

30. August 2009

Nach der Kirche gehe ich mit meiner Frau zur Wahl. Zwölf Uhr bin ich dann bei der Festveranstaltung "750 Jahre Pöhla". Der Festumzug ist sehr sehenswert. Im Anschluss fahre ich direkt nach Dresden in den Landtag. Unterwegs lese ich schon die ersten SMS mit den Hochrechnungen. 18 Uhr sehe ich sie dann auch im Fernsehen: Die CDU konnte ihr Ergebnis halten! Wir haben die Wahlen gewonnen! Nun gibt es mehrere Optionen: mit der FDP, der SPD und auch den Grünen. Mit den Grünen gäbe es aber nur eine Ein-Stimmen-Mehrheit. Das ist knapp. Wir sollten jetzt mit FDP und SPD verhandeln und die kleinste Kröte schlucken. Die kleinste Kröte ist für mich nicht automatisch die FDP. Die Partei ist mir zu populistisch. Mit ihrer Forderung nach einer Verschlechterung unseres Schulsystems als Voraussetzung für eine Koalition hat sich die FDP in der CDU keine Freunde gemacht.

29. August 2009

Am Morgen laufe ich durch Affalter, 14 Uhr spreche ich ein kurzes Grußwort zum Eintreffen der Glocke auf dem Schwarzenberger Marktplatz. Weiter geht es zur Kirmes nach Breitenbrunn und zu einem Grillfest in Schwarzenberg. Am Abend fahre ich noch zu einer Taufe nach Johanngeorgenstadt - ein wenig Zeit muss auch für die Familie sein.

28. August 2009

Der Wahlkampf neigt sich langsam dem Ende. Die letzten Wochen haben natürlich geschlaucht, weil man von früh bis Abend auf Achse war. Jeden Tag volles Programm, kein freies Wochenende. Heute verteilen wir in Markersbach, Raschau und am Aldi in Schwarzenberg Informationsmaterial. Die 2000 Kugelschreiber sind uns schon ausgegangen. Wir mussten kurzfristig noch 500 Einkaufschips ordern. Am Abend gehe ich noch zur Festveranstaltung des Technischen Hilfswerkes.

27. August 2009

Heute stehe ich 6 Stunden am Aldi-Markt in Schwarzenberg. Wir treffen viele Leute. Viele haben schon gewählt, per Briefwahl. Ich glaube, so viele Briefwähler wie bei dieser Wahl hat es noch nie gegeben. Das liegt natürlich auch daran, dass Sommerzeit ist und viele am Sonntag nicht da sein werden. Am späten Nachmittag wird im ehemaligen Rathaus von Pöhla eine Bergbau-Ausstellung eröffnet. Ich spreche ein kurzes Grußwort. Auf die Feier des 750jährigen Ortsjubiläums am Wochenende freue ich mich schon!

26. August 2009

Am Vormittag sind wir in Grünhain auf dem Markt und verteilen Informationsmaterial. Halb zwei kommt unser Finanzminister Prof. Dr. Georg Unland zu den Kartonagen Schwarzenberg. Die Firma plant weitere Investitionen - was Arbeitsplätze sichert und neue schafft. 15 Uhr sind wir in Lauter zu einer Gesprächsrunde mit Handwerkern - eine sehr gelungene Veranstaltung. Professor Unland erklärt die Hintergründe der Finanzkrise. Anschließend besuchen wir noch zwei Unternehmen in Lauter. Am Abend ist ein Grillfest am Pferdegöpel in Johanngeorgenstadt angesagt.

25. August 2009

Beim Wahlstand in Johanngeorgenstadt kommen mehrere Bürger, um über die Fusion mit Breitenbrunn zu sprechen. Es gibt großes Verständnis für ein Zusammengehen, denn jeder weiß, dass Johanngeorgenstadt allein nie auf einem gutem Fundament stehen könnte. Am Nachmittag bin ich bei der Mitarbeiterversammlung einer Steuerberatungskanzlei zu Gast; wir sprechen über die betriebliche Kinderbetreuung. Anschließend bin ich im Seniorenclub Sonnenleithe, wo man mir die Bitte ans Herz legt, dass bald wieder ein Einkaufsmarkt im Wohngebiet öffnet. Das Anliegen ist berechtigt, doch nicht für alles ist der Staat zuständig. Der Staat tut gut daran, keine Lebensmittelmärkte zu betreiben. Am Abend bin ich als Diskussionspartner zu einem Treffen von Betriebsräten und Gewerkschaftern in Dresden eingeladen.

24. August 2009

Heute bin ich in Beierfeld unterwegs. Am Abend hat sich Jürgen Rüttgers angesagt, Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen. Er ist eine Stunde eher als geplant in Schneeberg; die Fahrt von Berlin war kürzer als gedacht. So haben wir mehr Zeit, zum Beispiel für die Kirchenführung in Schneeberg. Zusammen mit meinem Landtagskollegen Thomas Colditz und unseren Bundestagsabgeordneten Günter Baumann informieren wir uns über die Arbeit der Bergsicherung Schneeberg. Nachdem sich Jürgen Rüttgers auf den Weg zum Dresdner Flughafen gemacht hat, sitzen wir noch gemütlich bei Bier und Bratwurst zusammen. Mit dabei ist Jürgen Thumann, ehemals Präsident des Bundesverbandes der deutschen Industrie und heute Präsident des europäischen Arbeitgeberverbandes Buissinesseurope. Er ist Gesellschafter der Bergsicherung Schneeberg und ein sehr aufmerksamer Gesprächspartner.

23. August 2009

Der Sonntag ist bei mir eigentlich Familientag. In Wahlkampfzeiten geht das aber leider nicht. Immerhin bleibt heute Zeit für den Gottesdienstbesuch. Nach dem Mittagessen fahre ich nach Dresden zu einem Treffen von Kirchenvorständen aus ganz Sachsen. Zusammen mit Leipzigs Oberbürgermeister Jung diskutiere ich über das Engagement von Christen in der Politik. Es ist eine angenehme Diskussionsrunde. Sieben Uhr abends hänge ich noch zusammen mit einem Freund Plakate auf.

22. August 2009

Am Vormittag bin ich zusammen mit einem Wahlhelfer in Rittersgrün unterwegs. Wir sprechen mit den Menschen, die wir an den Gartenzäunen treffen. Zum Mittag sind wir in einem Hotel, was sein zehnjähriges Jubiläum feiert. Die Hotelchefin sucht für das laufende Jahr noch einen Lehrling. In diesem Jahr konnte sie nicht alle Ausbildungsplätze besetzen. Danach geht es weiter zum Köhlerfest beim "Danelchristelgut" in Lauter. Ein Falkner stellt seine Arbeit vor. Am Nachmittag feiert das Deutsche Rote Kreuz in Beierfeld sein 100jähriges Bestehen. Viele ehrenamtliche Helfer haben ein tolles Fest auf die Beine gestellt! Mit Bürgermeister Rudler mache ich noch einen Abstecher nach Grünhain, zum 90jährigen Jubiläum der dortigen Gartensparte am Südhang. 18 Uhr beginnt dann die offizielle Festveranstaltung des DRK in der Spiegelwaldhalle.

21. August 2009

Heute sind wir in Breitenbrunn unterwegs. Als ehemaliger Erlabrunner treffe ich viele bekannte Gesichter vor dem Penny-Markt in Breitenbrunn. Am Nachmittag stehen einige Telefonate und Briefe auf dem Programm. Das, was mir die Bürger sagen, versuche ich an die richtige Stellen zu bringen. Am Abend bin ich bei den Flame Dancers zum Grillen eingeladen.

20. August 2009

Am Morgen kann ich mit meinem Sohn zum ersten Mal in dieser Woche für 20 Minuten spielen. Normalerweise schläft er noch, wenn ich aus dem Haus gehe, und wenn ich wieder komme, schläft er schon. Heute beginnt mein Tag 9 Uhr in Lößnitz: mit einem Informationsstand. Auch die NPD kommt. Es sind keine Leute von hier, sondern Neonazis aus den alten Bundesländern und Udo Pastörs, ein bekannter Neonazi aus Mecklenburg-Vorpommern, der für seine judenfeindlichen Äußerungen bekannt ist. Die Mehrzahl der Leute möchte mit dieser Truppe nichts zu tun haben. Als sie in ein Geschäft gehen, schallt es "Raus". Ich hoffe, der Wähler schickt die Nationalsozialisten am 30. August aus dem Landtag. Zustande gebracht haben sie in Dresden nichts. Danach geht es für mich weiter nach Bernsbach, wo mich der örtliche Drogerist mit eiem Capuccino verwöhnt. Am Nachmittag bin ich im Seniorenclub, am Abend grillen wir mit 30 Leuten vor dem Altenpflegeheim in Bernsbach. Ein gelungener Tag!

19. August 2009

8 Uhr bin ich zu einem Gespräch in Bad Schlema, 9 Uhr beim Info-Stand in Pöhla, wo schon ein Bürger auf mich wartet. Das Gleiche halb elf in Rittersgrün. Am Nachmittag findet die Auftaktveranstaltung der Informations- und Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen im Erzgebirgskreis statt, wo ich ein kurzes Grußwort spreche. Die Arbeit der Selbsthilfegruppen schätze ich sehr. Eine Kontaktstelle ist deshalb sehr sinnvoll. Halb fünf bin ich bei der Tafel in Johanngeorgenstadt. Wir sprechen zum Beispiel über das Geld des Landes für die Bergstadt und die angedachte Fusion mit Breitenbrunn. In vielen Gesprächen mit Johanngeorgenstädtern wird mir gesagt, dass für sie ein Zusammengehen mit Breitenbrunn kein neuer Gedanke ist. Halb sieben ist eine Bürgerin bei mir im Büro. Wir reden über ihren Lohn, der kaum über dem Hartz-IV-Niveau liegt; wir sprechen über ihre zukünftige Rente, die nicht über dem Grundsicherungsniveau liegen wird. Als Vorsitzender der Christlichen-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) in Sachsen mache ich mich seit Monaten für die Rente nach Mindesteinkommen stark, denn jemand, der sein Leben lang gearbeitet hat, muss am Lebensende eine Rente haben, die über dem Grundsicherungsniveau liegt, also über Hartz-IV für Rentner. Ich hoffe, dass wir in der nächsten Legislaturperiode eine gemeinsame Initiative mit Nordrhein-Westfalen starten können, um die Rente nach Mindesteinkommen zu befördern. Halb acht trifft sich dann der CDA-Kreisverband in Schwarzenberg und ich referiere zum Thema "Würde, Teilhabe, Gerechtigkeit". Wir haben eine gute Diskusssion, wo jeder zu Wort kommt.

18. August 2009

Früh beginnen wir mit einem Info-Stand in Lauter. Ich laufe viel durch die Stadt, weil am Markt wenig los ist. Am Nachmittag bin ich zu einer Diskussionsveranstaltung des Kinder- und Jugendringes Sachsen in Dresden eingeladen. 19.30 Uhr darf ich bei der Feuerwehr in Pöhla zu Gast sein, wo mir deren Arbeit vorgestellt wird.

17. August 2009

Der Tag beginnt mit einer Fahrt nach Riesa, wo ich die dortige evangelische Grundschule besuche - als Mitglied des Kuratoriums der Evangelischen Schulstiftung. Anschließend fahre ich zu einer Gesprächsrunde der CDU-Kreistagsfraktion in Stollberg, wo wir darüber sprechen, wie Angebote aus dem Erzgebirgskreis in den Sächsischen Familienpass übernommen werden können. Anschließend laufe ich durch Dittersdorf, einem Ortsteil von Lößnitz. Mit vielen Bürgern komme ich ins Gespräch. In Dittersdorf, so scheint es mir, ist das Dorfleben in Ordnung. Am Abend ist eine Diskussionsveranstaltung der Liga der Freien Wohlfahrtspflege, also der Wohlfahrtsverbände, in Dresden. Die Verbände fordern einen besseren Betreuungsschlüssel im Kindergarten. Die Forderung ist berechtigt, muss aber finanziert werden. Bei der Diskussionsrunde überbieten sich die Vertreter von Linken, SPD, Grünen und FDP in ihren Forderungen, um den anwesenden Erzieherinnen zu schmeicheln. Wer die höchsten Versprechungen macht, bekommt den meisten Beifall. Ich weise darauf hin, dass jeder sagen müsste, woher das Geld kommen soll. Verwertbare Antworten gibt es kaum. Ich hoffe, dass die Wähler sich fragen, wer seine Versprechungen wie finanzieren will.

16. August 2009

Das Stadtfest in Schwarzenberg war ein voller Erfolg. Am besten ging die Sonnencreme mit dem Slogan "Damit Sie uns nicht rot werden!" weg. Auch unsere Fotoaktion kam gut an (man konnte sich in historischer Kleidung fotografieren lassen). Besonders gelungen fand ich das Foto mit Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer (Schwarzenberg) und Oberbürgermeister Heinrich Kohl (Aue). Jedes Jahr - also auch in diesem - war mein Bürgerbüro zum Stadtfest geöffnet. Jedes Mal ergeben sich gute Gespräche. Toll war auch der Besuch von Ministerpräsident Stanislaw Tillich am Samstag zum Altstadtfest. Er kommt bei den Menschen gut an. Zum Glück gab es viele ehrenamtliche Helfer, die mich zum Fest unterstützt haben.

13. August 2009

Am Vormittag spreche ich mit dem Geschäftsführer der Caritas in Sachsen und anderen Vertretern der Liga der Freien Wohlfahrtspflege (AWO, Parität) über die Liga-Forderung nach Absenkung des Betreuungsschlüssels in Kindertageseinrichtungen. Die Qualitätsverbesserung in der Arbeit mit Kindern - insbesondere unter 6 Jahren - liegt mir am Herzen. Allerdings muss jede Forderung auch bezahlbar sein. Vorschläge, wo man Geld sparen kann, gibt es kaum, sondern meist nur Vorschläge, wofür man mehr Geld ausgeben könnte. Am Nachmittag darf ich die CDU zu einer Veranstaltung in Bautzen vertreten, zu der der Deutsche Gewerkschaftsbund eingeladen hat. Wir sprechen über Mitbestimmung und Mitarbeiterkapitalbeteiligung. Ein großer Vorteil des Wirtschaftsstandortes Deutschland ist die Mitbestimmung der Arbeitnehmer - gute Vorschläge zur Verbesserung des Prozessabläufe werden zum Beispiel ins Unternehmen eingebracht.

29. Juli 2009

Am Morgen gibt es eine kurze Dienstbesprechung, ein paar Anrufe. Einem Mitbürger, der sich mit einem Anliegen an mich gewandt hat, kann ich helfen. Häufig ist es komplizierter. Hier reicht ein Anruf. Der Betreffende möchte als Arzt arbeiten, braucht aber dafür recht schnell ein Zertifikat. Das bekommt er nun recht schnell. Danach hänge ich in Rittersgrün und Tellerhäuser ein paar Wahlplakate von mir auf. Mittags kommt der Ministerpräsident in Oberwiesenthal mit der Fichtelbergbahn an. Es ist tolles Wetter. Der Reisetross besichtigt den Lokschuppen, wo die Dampflokomotiven gewartet werden. Anschließend ist eine Diskussionsrunde mit Hoteliers im Appartmenthotel von Jens Weißflog. 230.000 Menschen in Sachsen leben vom Tourismus - viele davon im Erzgebirge. Ich spreche mich dafür aus, dass wir die Kräfte bündeln und in der Außenwerbung mit Schlagkraft entwickeln. In den Altbundesländern ist das Erzgebirge noch zu unbekannt. Wenige kennen die Wandermöglichkeiten im Sommer oder die Bergparaden im Winter. Hier wartet noch viel Arbeit auf uns. Das Kleinklein im Tourismus wird keine Zukunft haben. Wir brauchen einen Tourismusverband Erzgebirge, die hochprofessionell arbeitet!
Anschließend fahren wir nach Breitenbrunn, auf den Rabenberg. Ich teste ein E-Bike, also ein Fahrrad, was einem beim Treten unterstützt - mit der Kraft aus der Batterie. Es ist so, als ob eine unsichtbare Kraft das Fahrrad anschiebt, wenn man in die Pedale tritt. Mit dem Ministerpräsidenten und den äußerst engagierten Mountainbikern aus der Region drehen wir eine kleine Tour im Wald. Mountainbiker benötigen kleine Pfade für ihren Sport - und weniger die breiten Wege. Mit dem Forst sind Abstimmungen nötig. Die Waldwege werden von verschiedenen Gruppen genutzt: Von Wanderern, Reitern, Pferdekutschen und natürlich den Forstarbeitern, die das Holz aus dem Wald bringen müssen. All diese Nutzungsarten müssen unter einen Hut gebracht werden. Ich erkläre mich bereit, das Projekt zu unterstützen.

16. Juli 2009

8 Uhr bin ich bei der Diakonie im vogtländischen Auerbach. Wir sprechen über die Suchthilfe - und was wir im Freistaat Sachsen tun können, damit diese Arbeit mit drogen- und alkoholabhängigen Menschen auch zukünftig ausreichend finanziert wird. 9 Uhr steht ein Gespräch mit dem Landesvorsitzenden der Kleingärtner und weiteren Vertretern des Verbandes an. Deren Präsident Peter Paschke stammt übrigens aus Schwarzenberg. Mit anderen Vertretern der CDU-Landtagsfraktion und den Kleingärtnern sprechen wir über deren Probleme. Anschließend schauen wir uns die sehenswerte Kleingartenanlage in Auerbach an. Viel Herzblut steckt in den Gärten!
13 Uhr überreicht Umweltminister Frank Kupfer die Urkunde der Umweltallianz Sachsen an die Firma Gazima in Grünhain. Jörg Zimmermann führt uns durch seine Firma und erläutert, wo er zum Beispiel Wasser eingespart hat. Für diesen Galvanisierungsbetrieb spielt der Umweltschutz eine große Rolle. Viele seiner Kunden sitzen auch in Tschechien, weshalb gute Verkehrsverbindungen für ihn wichtig sind.
Anschließend fahre ich mit Umweltminister Kupfer nach Lößnitz. Vor circa zwei Jahren, wo Frank Kupfer noch nicht Minister war, waren wir beide schon einmal in Lößnitz - zu einer Veranstaltung für Angler. Heute besuchen wir die Agrargenossenschaft Lößnitz/Affalter. Die Argrargenossenschaft hat nicht nur Milchkühe und Schweine, sondern sie baut auch über 32 Kartoffelsorten an und vermarktet ihr Fleisch in eigenen Läden. So bleibt die Wertschöpfung in der Region. Nach einer Führung durch den Betrieb sprechen wir mit Landwirten aus der Region. Natürlich spielt der schlechte Milchpreis eine Rolle, aber auch die Bürokratie, die die Bauern belastet.
Am Abend lausche ich dem Vortrag der Goethe-Gesellschaft Bad Schlema. Herr Dr. Osten aus Bonn hält einen hochinteressanten Vortrag über Fehler und wie wir mit ihnen umgehen. Ich glaube, wir Menschen sind alle fehlerhaft. Auch in der Politik passieren Fehler. Perfekt ist niemand.

27. Juni 2009

Der Wahlkampf beginnt handgreiflich zu werden: Von 9 Uhr an bis zum Mittag kleben wir 800 Plakate. 17 Helfer pinseln den Leim aufs Plakat oder bügeln das Plakat auf die Pressspanplatten. Wir kommen sehr zügig voran. Vielen Dank an die Helfer! Am Abend gehe ich zur Siegerehrung auf den Rabenberg, wo sich gestern und heute junge Sportler mit Behinderung in Leichtathletik, Tischtennis oder Schwimmen gemessen haben. Die Stimmung ist prima. Anschließend besuche ich das Sommerfest der Schwarzenberger CDU und das Filzteichfest in Schneeberg.

Nachfolgend finden Sie ein paar Beispiele, wie der tägliche Arbeitsalltag einen Abgeordneten normalerweise aussieht. Von einem Acht-Stunden-Tag bin ich meilenweit entfernt. Als Politiker weiß man aber, dass man wesentlich länger arbeiten muss. Bei mir sind es zwischen 70 und 80 Stunden in der Woche.

6. Dezember 2006

Um 6 Uhr spiele ich mit Gerald Hiemer aus Aue Nikolaus und verteile kleine Geschenke an meine Landtagskollegen in Aue. Der Hintergrund: Wir werben für Aue als Kreisstadt. Die letzte Entscheidung trifft der Landtag. 8 Uhr leite ich eine Unterarbeitsgruppe des Landesjugendhilfeausschusses. 12.30 Uhr kommt eine Besuchergruppe aus Japan - Jugendliche, die ehrenamtlich engagiert sind. Wir unterhalten uns über das Ehrenamt und Jugendpolitik. Die Jugendlichen stellen sehr gute Fragen. Anschließend habe ich meinen Tschechisch-Kurs. Am Abend fahre ich zu einer Weihnachtsfeier in Breitenbrunn.

5. Dezember 2006

10 Uhr beginnt eine Konferenz in Breitenbrunn zum Thema Waldnutzung, zu der ich eingeladen habe. Bürgermeister, Vertreter des Staatsforstes, der Landestourismusverband, des Landessportbundes etc. sind gekommen, weil es um ein brennendes Thema geht. 14 Uhr haben wir eine gemeinsame Erklärung fertiggestellt, die wir der Presse präsentieren. Vorher hätte ich nicht gedacht, dass es zu einer gemeinsamen Position kommt, weil die Interesse zwischen Forst und den anderen (Touristikern, Kommunalpolitikern und Sportvertretern) sehr weit auseinander lagen. Ich bin sehr froh, dass es zu einer Einigung kommt. 16 Uhr bin ich im Kreiskrankenhaus Stollberg zu Gast, wo ich mich mit dessen Geschäftsführer unterhalte und mir das Haus anschaue. Anschließend fahre ich nach Johanngeorgenstadt zum dortigen Wintersportverein, der sehr engagiert arbeitet. 19.30 Uhr bin ich bei einer Weihnachtsfeier der CDU-Schneeberg. Im Dezember findet eigentlich an jeden Tag eine Weihnachtsfeier statt, zu der ich eingeladen bin. Heute wird gesungen. Das bringt eine gute Stimmung.

17. August 2006

5.50 Uhr fahre ich mit dem Zug nach Leipzig. Die Bahnverbindungen in unserem Landkreis sind sehr gut. Stündlich fährt der Zug nach Zwickau und zurück - in einer Zeit, die man mit dem Auto gar nicht schafft.

9 Uhr spende ich am Universitätsklinikum Blut - zum 27. Mal. Anschließend fahre ich zur General-Olbricht- Kaserne, wo der Kommandowechsel der 13. Panzergrenadierdivision stattfindet. Wichtiger als der offizielle Akt sind die Gespräche am Rande - mit Politikern, Diplomaten und Soldaten. Mit einem Bundestagsabgeordneten, der dem Verteidigungsausschuss angehört, unterhalte ich mich über den Standort Schneeberg, mit dem Konsul der USA über Agrarpolitik.

Anschließend geht es zurück ins Schwarzenberger Büro, wo ich noch bis 21.30 Uhr die Post bearbeite und Briefe schreibe.

15. August 2006

Heute ist der zweite Tag meiner Sommertour durch den Wahlkreis. Weil ich nicht nur während des Wahlkampfes präsent sein möchte, toure ich mit Tisch und Sonnenschirm durchs Erzgebirge. Heute verwandelte sich der Sonnenschirm aber in einen Regenschirm. In Lößnitz regnete es Bindfäden. Dennoch kommen Bürger vorbei, geben Anregungen für die politische Arbeit, stellen Fragen - oder wir schwätzen einfach über Gott und die Welt. Gestern war hin und wieder Hartz IV ein Thema. Betroffene fühlen sich zum Teil von der Gesellschaft zurückgesetzt. Andere Bürger bemängeln, das Arbeitslosengeld II sei zu hoch, sodass einige Arbeitslose gar nicht mehr arbeiten wollen. Ich glaube, dass die meisten Hartz-IV-Empfänger sich bemühen, Arbeit zu finden. Aber es gibt natürlich auch schwarze Schafe.

27. Juli 2006

Am Morgen unterhalte ich mich mit Bundestags- und Landtagsabgeordneten sowie Bürgermeistern aus dem Erzgebirge. Wir sprechen über die Verkehrsentwicklung sowie die Wirtschaftsförderung in den kommenden Jahren. Gerade der Großraum Prag wird für unsere Region weiterhin an Bedeutung gewinnen. Es ist ein boomender Wirtschaftsraum, der derzeit noch unterschätzt wird. Aus diesem Grunde ist der Neubau der B 93 von Zwickau über Schneeberg nach Karlsbad wichtig. Ein anderer wichtiger Punkt: Der Ausbau der B 101 als künftige Verbindungsstraße des neuen Erzgebirgslandkreises.

Am Nachmittag bin ich zur Grundsteinlegung eines Behindertenwohnheimes in Johanngeorgenstadt eingeladen. Anschließend stehen noch Beratungen über das Besuchsprogramm von Sachsens Innenminister Buttolo im August auf dem Programm.

25. Juli 2006

Heute findet meine monatliche Bürgersprechstunde statt. Für jedes Anliegen plane ich eine Stunde ein. So reiht sich ein Gespräch ans andere. Häufig sprechen wir über das Problem der Arbeitslosigkeit.

12. April 2006

8.30 Uhr trifft sich ein Unterausschuss des Landesjugendhilfeausschusses zum Thema Funktional- und Verwaltungsreform im Freistaat Sachsen. Wir beraten, welche Auswirkungen diese Reform auf die Jugendhilfe haben könnte und haben sollte. Anschließend trifft sich der Unterausschuss 1 des Landesjugendhilfeausschusses im Landtag. Beraten werden nun die neuen Förderrichtlinien für die Jugendarbeit, die ab dem 1. Januar gelten sollen.

Nach dem Mittagessen schreibe ich noch ein paar Emails. Danach geht es zurück in den Wahlkreis. Für 15 Uhr habe ich Landwirte zu einem Forum eingeladen. Ein Kollege aus dem Europäischen Parlament (Dr. Lutz Goepel) und aus dem Sächsischen Landtag (Thomas Schmidt) referieren fachkundig. Im Anschluss haben wir eine gute Diskussion und angenehme Gespräche. Nach der Veranstaltung geht es ins Bürgerbüro nach Schwarzenberg: Ich schreibe am Abend noch ein paar Briefe und lese Vorlagen.

10. April 2006

10 Uhr beginnt der 1. Sächsische Altenhilfekongress in Dresden. Am Eingang spreche ich kurz mit Sachsens Sozialministerin Orosz. Im Saal treffe ich Vertreter von Wohlfahrtsverbänden aus meinem Wahlkreis. Die Zahl der alten Menschen in unserer Gesellschaft wird steigen. Neue Wohnformen werden gefragt sein. Die Konferenz ist sehr interessant.

Am Abend trifft sich der CDU-Kreisvorstand in Schwarzenberg. Wir diskutieren unter anderem über Familienpolitik. Dies ist ein Schwerpunkt meiner Arbeit im Landtag. Zum Leitantrag des Landesvorstandes habe ich einige Änderungsanträge mitgebracht. Meines Erachtens muss die Ehe stärker bewürdigt werden: Es ist die stabilste Form des Zusammenlebens.

8. April 2006

Am Wochenende veranstaltet das Europäische Zentrum für Arbeitnehmerfragen in Sachsen (dessen Vorsitzender ich bin) ein Seminar mit Teilnehmern aus zwölf Staaten im Vogtland. Zuerst referiert die Sächsische Ausländerbeauftragte Frederike de Haas über im Freistaat lebende Ausländer. Es schließt sich ein Referat einer ukrainischen Teilnehmerin, Inna Millevich an. (Ich hatte mich sehr bemühen müssen, um für sie ein Visum zu erlangen, denn das ist gerade bei jungen Frauen alles andere als leicht.) Sie berichtet darüber, dass bereits 8 Millionen Ukrainer das Land verlassen hätten, um im Ausland zu arbeiten. Die Jugend will dort fort.

Bei einem Durchschnittseinkommen von 60 Euro ist das mehr als verständlich. Die Korruption ist in alle gesellschaftliche Bereiche eingedrungen und beginnt schon in der Schule: Wer den Lehrern Geschenke mitbringt oder Bestechungselder zahlt, bekommt gute Noten. Ich war schon ein paar Mal in der Ukraine. Das Land und die Menschen dort liegen mir am Herzen. Ich hoffe, dass sich das Land in die richtige Richtung bewegt. Leicht ist das nicht.

5. April 2006

Heute ist Plenumstag. Wir beginnen 9 Uhr mit einer Fraktionssitzung, 10 Uhr geht es richtig los. Staatsministerin Orosz (CDU) hält eine Fachregierungserklärung zur Familienpolitik. Am Nachmittag spreche ich zum Thema Sozialhilfe. Bereits zu Mittag war eine Gruppe des Männertreffs aus Lößnitz bei mir im Landtag. Wir unterhielten uns sehr gut. Ich bin froh, dass diese christlichen Männern in den Landtag gekommen sind.

Nach der Plenumssitzung abends halb neun gehe ich noch zu einem Treffen des Martin-Luther-Bundes, dessen Mitglied ich bin. Kurz vor Mitternacht hole ich eine Seminarteilnehmerin aus Lettland am Zug ab, die am Wochenende zu einer Tagung ins Vogtland kommen wird. Wir hatten uns in Riga kennen gelernt, wo ich einen lutherischen Gottesdienst im September 2004 besucht hatte.

3. Dezember 2005

Am Morgen fahre ich nach Dresden. 10 Uhr beginnt das Forum "Vorschule", das unsere Landtagsfraktion ausrichtet. Rund 200 Teilnehmer sind gekommen. Wir diskutieren intensiv über das neue Kindertagesstättengesetz. Während der Podiumsdiskussion mache ich deutlich, dass wir das Bundesland sind, was das meiste Geld für den Kita-Bereich ausgibt - auch wenn noch mehr Geld wünschenswert wäre. Nach der Veranstaltung führe ich noch interessante und gewinnbringende Gespräche mit Erzieherinnen, Lehrern und Eltern. Eine gelungene Veranstaltung. 14 Uhr bin ich dann noch im "Pulverturm" neben der Frauenkirche. Eine Besuchergruppe der Berliner CDU ist zu Gast. Dass sich die sächsische CDU dem Thema Patriotismus angenommen hat, wird von den Hauptstädtern lobend erwähnt. Nach dem Gespräch arbeite ich noch ein paar Stunden am Computer, schreibe Briefe.

28. November 2005

9.30 Uhr ist Fraktionsvorstand in Dresden. 14 Uhr beginnt die Veranstaltung "Welche Politik für Behinderte brauchen wir?" in Lößnitz, zu der ich eingeladen habe. Bei Kaffee und Kuchen kommen wir ins Gespräch. Zuerst referiert Hans-Jörg Kannegießer, Landeschef des Sozialverbandes VdK. Ich hatte noch Prof. Dr. Günther Schneider, den behindertenpolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, eingeladen. Er sagte zwei Stunden zuvor ab, da er sich am Morgen einer Wurzelbehandlung unterziehen musste und nicht sprechen konnte. Schade. Aus der Veranstaltung nehme ich einige Ideen für die Behindertenpolitik mit. Am Abend bin ich in Erlbach/Vogtland, wo sich das Europäische Zentrum für Arbeitnehmerfragen in Sachsen e.V. trifft. Wir bereiten unser nächsten internationale Seminar vor, was im kommenden Jahr stattfindet. Unter anderem stellen wir eine Liste zusammen, wen wir als Referenten gewinnen wollen.

20. Oktober 2005

Früh bin ich zuerst beim Bürgermeister in Breitenbrunn, danach in Johanngeorgenstadt, um mit Sportfreunden über den Wintersport an den Schulen zu sprechen. Ein Vertreter des Deutschen Skiverbandes informierte über ein Modellprojekt in Bayern, was sich sehr interessant anhörte. Wie bereits in den Vortagen telefoniere ich mit Staatsministerin Orosz und dem Kollegen Johannes Gerlach über die Ausgestaltung der Ehrenamtsrichtlinie. Unser Ziel ist es, ehrenamtliches Engagement auch im Jahr 2006 zu unterstützen - mit einer Aufwandsentschädigung für freiwillige Helfer in den Vereinen und Verbänden. Am Abend komme ich endlich wieder mal dazu, meine Internetseite zu aktualisieren.

19. Oktober 2005

Heute werden die Vorschläge zur Verwaltungsreform in Sachsen publik. Kreise sollen zukünftig rund 200.000 Einwohner haben. Unser Landkreis Aue-Schwarzenberg hat derzeit rund 130.000. Mir wäre es am liebsten, wenn unser Kreis mit Annaberg oder/und Stollberg zusammenginge. Darüber wird in nächster Zeit zu diskutieren sein. Womit ich nicht gerechnet hatte: Das Expertengremium schlägt die Privatisierung der Vermessungsämter vor. Meiner Meinung nach muss das Für und Wider genau abgewogen werden.

18. Oktober 2005

Nachdem ich kurz im Erlabrunner Kindergarten "Hallo" gesagt habe, gehe ich in das dortige Krankenhaus. Geschäftsführer Josef Wieder feiert seinen 60. Geburtstag. Erlabrunn hat ihm viel zu verdanken. Sein Haus ist einer der größten Arbeitgeber im Landkreis. Anschließend stehen Gespräche bei Forst und Polizei an. 17 Uhr informiert sich ein Bürger über die Planungen der Bundesstraße B 93, die von Zwickau nach Karlsbad führen soll. Wir schauen uns die Karten an. Diese Straße muss unbedingt gebaut werden! Viertel zehn am Abend treffe ich mich noch mit Sozialministerin Orosz zum Gespräch in Dresden.

2. August 2005

Am Morgen bespreche ich mit meinen Mitarbeitern die Arbeit der kommenden Tage. Petitionen müssen bearbeitet und Einladungen verschickt werden. Am Abend bespreche ich mit Parteifreunden und unseren Direktkandidaten Günter Baumann in Markersbach den kommenden Wahlkampf. Eine Menge Arbeit kommt auf uns zu. Wir wollen den Wechsel schaffen, damit Deutschland nicht mehr das wirtschaftliche Schlusslicht in Europa ist. Die Ausgangslage ist zwar gut, doch Gerhard Schröder ist ein verdammt guter Schauspieler und das Duo Gysi/Lafontaine versprechen das Blaue vom Himmel. Einige Leute werden sicherlich darauf hereinfallen. Doch ich bin mir sicher: Gerade im Erzgebirge, wo die Leute bodenständig sind, wird die richtige Wahlentscheidung getroffen.

23. Mai 2005

Am Vormittag nehme ich an der Tagung der Schwangerschaftskonfliktberaterinnen und -berater in Dresden teil. Am Mittag diskutiere ich mit zwei Schulklassen aus Weißwasser im Landtag über Politik. Es gibt eine rege Diskussion. Bei manchen Besuchergruppen ist es sonst schwierig, das Eis zu brechen. Hier war das kein Problem. Am späten Nachmittag besuche ich den Markersbacher Kindergarten. Am Abend trifft sich der CDU-Ortsverband Lauter. Wir diskutieren natürlich über die Schulproblematik. Ich hätte mir gewünscht, dass sich die Bürgermeister des Städteverbundes Silberberg in Schulfragen stärker abgestimmt hätten. Der ein oder andere Kompromiss hätte sich finden lassen. Nicht jede Stadt kann ihre eigene Schule erhalten. Auch kleinere Gemeinden haben das Recht auf eine Mittelschule - solange es genügend Schüler gibt.

20. Mai 2005

Zum Gebetsfrühstück 8 Uhr habe ich eine kurze Andacht vorbereitet. 9 Uhr treffen wir uns zur Fraktionssitzung. 10 Uhr beginnt wieder das Plenum. Heute kommt eine Besuchergruppe meines Wahlkreises. Das Mittagessen nehmen wir in unserem Fraktionsraum ein. Der Nachteil: die meisten müssen bis in die 6. Etage laufen, weil der Fahrstuhl zu klein ist. Am Nachmittag spreche ich vor dem Landtag über die Hospize in Sachsen. Halb acht ist dann die Plenumswoche beendet - eher als an den anderen Tagen. Der letzte Antrag hatte die Gemüter noch einmal erhitzt: Die PDS wollte die Renten für ehemalige Sekretäre im Zentralkomitee (ZK) der SED, für Kandidaten des ZK und Abteilungsleiter im ZK erhöhen. Doch diese Klientelpolitik haben wir den SED-Nachfolgern nicht durchgehen lassen.

5. Mai 2005

Auf Einladung des Sudetendeutschen Büros in Prag nehme ich eine Veranstaltung über den kirchlichen Widerstand gegen Hitler teil. Im Museum der Stadt Komotau wird vor allem auf die sudetendeutsche Geistliche eingegangen. Ich spreche ein kurzes Grußwort.

4. Mai 2005

Die Diskussionen, welche Schulen geschlossen werden, halten an. Mit verschiedenen Bürgermeistern aus meinem Wahlkreis telefoniere ich fast täglich. Mit verschiedenen Stadträten, Vereinen und Bürgern bin ich im Gespräch. Jeder, der einen Termin gewünscht hatte, bekam einen. Heute findet auch eine Diskussionsveranstaltung am Herder-Gymnasium in Schneeberg statt, zu der ich zusammen mit meinem Kollegen Thomas Colditz eingeladen bin. Mein oberstes Prinzip heißt Ehrlichkeit: Wenn die Zahl der Schüler nach der Wende um mehr als die Hälfte zurückgegangen ist, dann hat das natürlich Auswirkungen auf die Zahl der Schulen. Dass jeder Ort seine Schule behalten will, ist mehr als verständlich. Doch das geht leider nicht. Schon heute leben wir über unsere Verhältnisse und hinterlassen unseren Kindern Schulden über Schulden. Gerade die Mittelschule in Johanngeorgenstadt bewegt mich. Das Gebäude ist optimal, die Lehrer motiviert, die Schüler malen kreative Plakate - und dennoch weisen die prognostizierten Schülerzahlen darauf hin, dass langfristig noch nicht einmal die Einzügigkeit erreicht werden kann.

23. April 2005

Auf dem Landesparteitag in Bad Düben schließt die CDU die Debatte um das schlechte Abschneiden bei den Landtagswahlen ab. Die Partei schaut wieder nach vorn. Michael Kretschmer wird zum Generalsekretär gewählt. Ich kenne ihn als einen agilen und engagierten Politiker. Er nimmt für die Sächsische Union viel auf sich. Für seine Aufgabe wünsche ich ihm viel Kraft und Gottes Segen!

22. April 2005

Heute beschließt der Landtag nach viertägiger Debatte den Landeshaushalt für 2005 und 2006. Jetzt herrscht Planungssicherheit - gerade für viele Vereine und Verbände ist dies wichtig. Am Abend bin ich beim Jahrestreffen der Stadtmissionen in Zwickau zu Gast. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Stadtmissionen, Hans-Georg Filker, wurde in Schwarzenberg geboren! Das war neu für mich. Hans-Georg Filker will mich einmal besuchen, wenn er wieder einmal nach Schwarzenberg kommt.

17. April 2005

Am Abend hatte mich mein Freund Wolfram Köhler zu einem Konzert der Blues-Caravan nach Riesa eingeladen. Im Landtag saß er rechts neben mir. Einen witzigen Spruch hatte er immer auf den Lippen. Während die Sängerinnen ihr Bestes gaben, zog Wolfram einen Brief aus der Tasche: sein Brief an den Landtagspräsidenten, worin er erklärt, sein Mandat zurückzugeben. Ich frage ihn, ob er es ernst meinst. Er bejaht. Ich bedaure seine Entscheidung. Leute, die das politische Alltagsgeschäft hinterfragen, sind leider selten. Wenn Wolfram Köhler fragt, wieso der Landtag zwei Stunden lang über zwei tote Hunde oder über den Eintrittspreis eines Gartens diskutiert, dann sind das berechtigte Fragen. Mindestens 150 hoch bezahlte Leute mussten sich mit diesen Themen beschäftigen - dank PDS und FDP, die über solche Themen stundenlang diskutieren können.

12. April 2005

Die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung lud heute zum Israel-Tag ein. Israels Botschafter Stein hilft ein Referat zu den deutsch-israelischen Beziehungen und zur Lage im Nahen Osten. Meiner Meinung nach hat Israel den Palästinensern die Hand erneut zum Frieden ausgestreckt. Hoffentlich greift die Autonomieregierung diesmal zu. Arafat hatte leider wenig für ein friedliches Zusammenleben getan. Am Nachmittag unterhalte ich mich im Zwickauer Regionalschulamt über die Zukunft der Mittelschulen. Anschließend findet die Mitgliederversammlung des Tourismusverbandes Erzgebirge statt. Am Abend trifft sich der CDU-Kreisvorstand.

8. April 2005

Am Morgen beginnt die Synode der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Es stehen wegweisende Entscheidungen an: Weil auch bei der Kirche die Steuereinnahmen zurückgehen, muss sie sich entscheiden. Entweder spart sie bei der Verwaltung oder der Verkündigung. In Gesprächen wird die Richtung schon erkennbar: Die Verwaltung muss entschlackt werden. Mittags stehen zwei Besuchergruppen aus der Mittelschule Beierfeld auf dem Programm. Sie sind in den Landtag gekommen. Es gibt eine lebhafte Diskussion mit vielen guten Fragen.

19. März 2005

Am Abend wird die Ausstellung "art-technica" im Schwarzenberger Eisenbahntunnel eröffnet. Die Ausstellungsmacher haben gekonnt Kunst und Wirtschaft verknüpft. Von der Schau werden sowohl die Künstler als auch die heimische Wirtschaft profitieren. Einziges Manko an dem Abend: Der Festredner, ein Chemnitzer Professor, hat wenig Ahnung vom Wirtschaftsleben im Erzgebirge.

18. März 2005

In Schmochtitz bei Bautzen spreche ich vor katholischen Journalisten über die Frage "Sind Jugendliche ein Faktor in der Politik?" Ja, das sind sie - allerdings nur, wenn sie sich selber einbringen. Am Nachmittag besuche ich das Eisenwerk Erla. Es ist wunderbar zu sehen, wie erfolgreich sich dieser Betrieb entwickelt hat! Die Arbeit für die Beschäftigten in einem Eisenwerk ist alles andere als einfach.

12. März 2005

Erster Termin ist die CDA-Landestagung in Chemnitz. CDA - das steht für Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft. Meiner Ansicht nach muss die CDA gestärkt werden, weil nur so die CDU den Anspruch als Volkspartei begründen kann. Die CDU darf nicht in den Verdacht geraten, eine FDP light zu sein.

Am Nachmittag trifft sich das Bildungswerk für Kommunalpolitik Sachsen (BKS). Ich werde in den Vorstand gewählt. Das BKS veranstaltet Seminare, zum Beispiel für Bürgermeister, Stadt- und Gemeinderäte sowie für andere kommunalpolitisch Interessierte.

11. März 2005

Nach dem Gebetsfrühstück und der Fraktionssitzung beginnt das Plenum. Ich darf zum Thema "Sachsen - ein demokratisches, tolerantes und weltoffenes Land" sprechen. Kurz vor Beginn der Rede setze ich noch mal den Rotstift an, weil ich sonst über die vorgegebenen fünf Minuten hinaus käme. In den vergangenen zwei Tagen hatte ich mit zwei meiner Mitarbeiter die Rede gut vorbereitet. Anhand der Aussagen zu Rasse weise ich der NPD nach, dass sie rassistisch ist. In ihrem Weltbild bezieht sich die NPD auf Hans Friedrich Karl Günther - für die NPD ein "bedeutender Anthropologe". Günther schrieb einst von "Siebung, Auslese und Ausmerze". Und legte damit den Grundstein für die Morde an Juden, Zigeuner und Andersdenkenden.

Das Echo der Rede ist prima. Bis auf die Nationalsozialisten spenden alle Beifall. Die Fraktionsvorsitzenden von Grünen, SPD und CDU gratulieren mir zur Rede, außerdem der Ministerpräsident, der Justizminister und weitere Parlamentskollegen. Sozialministerin Orosz sagt in ihrer jovialen Art "Hat er gut gemacht, unser Kleiner".

19. Februar 2005

Am Morgen arbeite ich die Zeitschriften der Woche durch. Mittags gehts auf die Ski. Mit meinem ehemaligen Schulfreund Stefan fahre ich von Rittersgrün über die tschechische Grenze. Vier Kilometer geht es den Berg hinauf. Danach fahren wir über Halbmeile zurück nach Rittersgrün. Eine tolle Tour! Am Abend wartet noch Büroarbeit auf mich.

18. Februar 2005

In Dresden kommt zum ersten Mal der Landesjugendhilfe-Ausschuss zusammen. Für die CDU-Landtagsfraktion wurde ich in dieses Gremium entsandt, denn ich bin ihr jugendpolitischer Sprecher. Die Tagesordnung wird zügig abgearbeitet, fast alles läuft wie am Schnürchen. Die NPD bekommt eine Abfuhr, denn kein Jugendverband möchte, dass ein Rechtsextremist in den Unterausschüssen mitarbeitet. Lars Rohwer, den ich sehr schätze, wird zum Vorsitzenden des Landesjugendhilfe-Ausschusses gewählt. Er war in der vergangenen Legislaturperiode jugendpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Bei der Einarbeitung im Landtag hat er mir sehr geholfen.

11. Februar 2005

Wolfgang Dehnel, bis 2002 Bundestagsabgeordneter, feiert heute in Schwarzenberg seinen 60. Geburtstag. Im Wahlkampf hatte er mich unterstützt. Wir kennen uns schon lange. Während seiner Wahlkämpfe 1994 und 1998 konnte ich viel lernen. Er kann auf Menschen zugehen. Am Abend trifft sich die Bergknappschaft Johanngeorgenstadt. Mitglieder werden für ihre 25jährige Vereinszugehörigkeit ausgezeichnet. Auch ich gehöre zu jenen, die seit 1979 dabei sind.

Einträge aus dem September 2004

Einträge aus dem Monat August 2004

Einträge aus dem Monat Juli 2004

 
 
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